workshop19 Verlag                                                                                 Wählt Eure Sprache »

 

TUNESISCHE KREATIVWERKSTATT

Aktuelles
Sonntag September 22, 2019

25
Aug 2013
PDF
Drucken
E-Mail
Geschrieben von: W19

Ich glaube, man sollte überhaupt nur solche Bücher lesen, die einen beißen und stechen. Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? Damit es uns glücklich macht, wie Du schreibst? Mein Gott, glücklich wären wir eben auch, wenn wir keine Bücher hätten, und solche Bücher, die uns glücklich machen, könnten wir zur Not selber schreiben. Wir brauchen aber die Bücher, die auf uns wirken wie ein Unglück, das uns sehr schmerzt, wie der Tod eines, den wir lieber hatten als uns, wie wenn wir in Wälder verstoßen würden, von allen Menschen weg, wie ein Selbstmord, ein Buch muß die Axt sein für das gefrorene Meer in uns. Das glaube ich.

Franz Kafka, Brief an Oskar Pollak, 1904

 

Mit der Veröffentlichung seines ersten Buches auf Arabisch schreibt der Verlag workshop19 das zweite Kapitel seiner jungen Geschichte. Nach monatelangen Forschungen, Lektüren und Austausch haben wir uns vorerst für die Veröffentlichung einer Novellensammlung von Farouk Ferchichi entschieden, einem jungen Ingenieur und Blogger, der vorwiegend das literarische Arabisch benutzt, unter Einführung der tunesischen Volkssprache in die Dialoge seiner Figuren.

Diese Sammlung, „Jenseits der Linie“ könnte den Anfang einer neuen Ära der tunesischen Literatur in arabischer Sprache, die der „Post-Diktaturzeit“ - noch lange nicht die Zeit der Demokratie - markieren. In einer gärenden Gesellschaft auf der Suche nach ihrem Weg hat die gedruckte Literatur eine Rolle zu spielen.

 

Zuerst als Spiegel, indem sie der Gesellschaft ein Bild von sich selbst zurückwirft, die die LeserInnen auffordert, sich Fragen zu stellen und jene zum Nachdenken verleitet, indem sie überrascht, verwundert, schockiert dastehen.

 

Dann als „tour operator“, indem das Buch die LeserInnen auf eine Reise mitnimmt mit unerwarteten, unvorgesehenen Etappen, auf welchen er sich selber entdeckt, anhand eines Vorkommnisses, einer Schilderung, eines Zwischenfalls, einer Figur - kurz, eines der Phantasie des Autors entsprungenen Details.

 

Drittens als Vervielfacher von Lebensgeschichten. Beim Lesen der Abenteuer erdichteter Menschen kann ich mich mit jenen identifizieren, mich an ihren Platz setzen, mir ihr Schicksal träumen, kurz, die Wahl eines neuen Lebenswegs in Betracht ziehen.

 

Zum Schluss als Katalysator. Jeder Schreibende ist zuerst ein Lesender. Vor allem wenn man liest, bekommt man selber Lust zu schreiben. Also hoffen wir, dass sich unter den LeserInnen, die von den Geschichten von Farouk Ferchichi „gebissen und gestochen“ werden sollen, neue Autoren und Autorinnen finden werden. Ihnen stehen wir zur Verfügung.

FG/RBF, 16/8/2013

Mots-clé:Farouk Ferchichi  Littérature arabe  Tunisie  

Share
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren

 

 

 

calendrier W19

September 2019
So Mo Di Mi Do Fr Sa
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 1 2 3 4 5

Recevez nos actualités

Statistics

Benutzer : 4
Beiträge : 84
Weblinks : 6
Seitenaufrufe : 2315487

défaut de fabrication

pile livres